Es ist halt Sommer, ich weiß. Und eigentlich mag ich Jahreszeiten ja auch. Wenn auch die eine mehr und die andere weniger. Sagen wir, ich mag den Jahreszeitenwechsel.
Ich mochte auch den Sommer, zumindest den deutschen, solange Verlaß war auf den einen oder anderen Regentag und Temperaturen nicht über 30°. Meine flämische Bauernseele leidet, wenn wochenlang kein Regen fällt und nicht mal ein richtig grauer Tag dazwischen ist……sondern immerzu nur mediterraner Sonnenschein UND mediterrane Temperaturen. Das ist absolut nichts für mich!
Meine Lieblingsjahreszeit ist ohnehin der Frühling. Wenn es immer heller wird und immer grüner und, ja, auch immer wärmer, aber halt irgendwas um 20°. Wenn alles blüht und neu aussieht. Der erste Morgenkaffee auf dem Balkon. Und der Feierabendsekt dort im sanften Licht der Solarlampen.
So könnte das von mir aus dann gerne bleiben bis zu meiner zweitliebsten Jahreszeit, dem Herbst. Der sieht auch schön aus, mit seinem alt gewordenen Grün und dem bunten Laub. Trüge er nur nicht mit den immer kürzer werdenden Abenden schon die Aussicht auf Winter in sich.
Man merkt es schon, Sommer und Winter….das ist bei mir eine eher schwierige Beziehung. Ich bin eben ein Wetterweichein. Wie ich überhaupt im ganzen Leben kein Mensch bin für Extreme. Ich brauche sie nicht, die großen Ausschläge, ich fühle mich am wohlsten in der Mitte. Temperaturen unter 0° und über 25° brauche ich nicht. Wochenlangen Sonnenschein und geschlossene Neuschneedecken, ich brauche sie nicht. Ich hab es generell gerne moderat. Ich finde immer, damit geht es den meisten gut, man hat von allem etwas, aber von nichts zuviel, und alle können sich irgendwie entfalten.
Immerhin, wenn es jetzt 35° heiß wird, muß ich mich nicht mehr in saunafeuchte Straßenbahnen zwängen, um auf sauerstofffreien Probebühnen weiterzuschwitzen. Und wenn es an einem dunklen Winternachmittag anfängt zu schneien, muß ich nicht die Stiefel mit dem Grip rauskramen und mich doppeltwarm einpacken, um nachts nach der Vorstellung an der Haltestelle nicht einzufrieren, vorausgesetzt die Bahnen fahren überhaupt noch. Ich kann stattdessen die kleine Lampe einschalten, mir einen Tee kochen und in meinem Lesesessel weiterschmökern, mit einer Katze auf dem Schoß, auch wenn das das Umblättern erschwert.
Jetzt, wo ich drinnen bleiben kann, wenn ich will, werde ich den Winter vielleicht wieder ein bißchen lieber gewinnen. Jedenfalls solange die Heizung funktioniert. 😉 Von drinnen betrachtet, kann ja sogar Schnee schön sein.
Aber da sind wir ja noch lange nicht. Nun muß man erstmal durch diesen Sommer. Und Hitze ist eben nach ein paar Tagen auch drinnen kein Vergnügen mehr.
Ich hab mich immer darauf gefreut, wieder einmal außerhalb der Sommerferien verreisen zu können, wenn ich erstmal in Rente bin. Aber falls die deutschen Sommer vorhaben, jetzt immer so zu sein wie in diesem Jahr, dann sollten wir vielleicht doch wieder im Sommer in die Highlands flüchten. Skandinavien reicht nicht. Selbst in Oslo werden es heute über 30°.
In Pennan sind es 18°. Vorwiegend wolkig. Ich träume…