vorsichtichboomenoch

Vorsicht, ich boome noch!

So, heute wird sich nicht geärgert.

Heute erzähle ich wirklich mal was über meine Katzen.

Eben hat sich nämlich unsere Katzenfee 2.0 vorgestellt, doch dazu später.

Seit circa 35 Jahren habe ich Katzen. Besser gesagt, haben Katzen mich. Nachdem meine Tochter und ich Fische und Kanarienvögel und Zebrafinken bei uns wohnen hatten, wurde mir eines Tages schlagartig klar, daß ja jetzt ich ganz alleine darüber entscheiden darf, ob ein Hund oder eine Katze bei uns einzieht. Also mit dem Töchterlein zusammen natürlich, aber letztlich doch ich.

Als Kind wollte ich immer unbedingt einen Hund, aber der war jetzt nicht so richtig gut kompatibel mit dem Alltag einer alleinerziehenden Theatersouffleuse. Da schien eine Katze passender.

Ich hatte keine Ahnung von Katzen. Und das angeblich schlaue Buch, das ich mir zur Vorbereitung zulegte, hatte, im Rückblick betrachtet, auch nicht wirklich viel Ahnung von Katzen.

Wir kauften ein Katzenklo und einen Transportkorb (die hübsche, aber unpraktischste Variante, die sich denken läßt) und fuhren mit nur einer Vorgabe ins örtliche Tierheim: Keine schwarze! Und lieber einen Kater.

Es versteht sich von selbst, daß die Katze, die sich auf uns stürzte, kaum daß wir das Katzenhaus betreten hatten, und auch nicht mehr von unseren Schultern, Armen, Schößen wich, eine pechschwarze Kätzin war, die einen Tag später bei uns einzog. Politisch unkorrekt Mohrle genannt.

Mohrle fing und verspeiste Amseln auf dem Balkon und ließ nur die Füße und Federn übrig. Mohrle schmuste innig, um einem im nächsten Augenblick die Krallen in den Arm zu schlagen. Sie schlief gerne mit im Bett und schnurrte einem dann erbarmungslos laut genau ins Ohr. Sie war zufrieden mit dem wenigen, was wir ihr boten. Sie fiel zweimal vom unvernetzten Balkon, wurde aber beide Male unverletzt wiedergefunden. Als wir vorübergehend in einer Dachwohnung mit Sonnenterrasse wohnten, spazierte sie wie eine Queen abends über den Dachfirst. Und in einem Frühling war sie plötzlich verschwunden. Wir suchten sie überall, fragten jeden, aber sie blieb verloren. Nach angemessener Trauerfrist holten wir zum Ende der Sommerferien Felix aus dem Tierheim,

einen getigerten Kater, der fand, daß morgens um 6 das Frühstück serviert gehörte und einem zur Bekräftigung dieser These gerne herzhaft in den nackten dicken Zeh biss. Ein Schmusebär, der sich selber zum Therapeuten meiner häufigen Migräneanfalle ernannte.

Irgendwann im November kam ich zu später Stunde aus dem Theater. Und am Ende des langen Weges vor unseren Häusern stand eine Katze. Soweit in der dunklen Nacht erkennbar schwarz und sehr, sehr dünn. Sie miaute. Ich miaute. Und sie schoss wie ein Blitz auf mich zu. Mohrle war zurück.

Ich nahm sie auf den Arm und stieg mit ihr in den fünften Stock hinauf, selig, daß sie wieder da war. Ich öffnete die Tür….Felix erschien im Flur….und Mohrle schoß wie eine Furie in die Wohnung, dünn wie ein Stift, aber mit einem hoch aufgerichteten Schwanz, der vor lauter Wut und Ensetzen dicker war als die ganze Katze. Wir hatten einen fremden Kerl hereingelassen! Und der rannte jetzt begeistert hinter ihr her, weil er nun endlich die Katze zu den vielen Geruchsspuren in der Wohnung kennenlernte. Es war ein einziges Tohuwabohu. Aber ich mußte schlafen, am nächsten Morgen sollte Generalprobe sein, für Familienzusammenführung war jetzt definitiv nicht die Zeit. Also wanderte Mohrle mit Decke und Korb und Spielzeug vor die Balkontür auf die Terrasse. Und als ich am nächsten Morgen aufwachte, saß sie draußen, Felix drinnen vor der Tür und sie lieferten sich Blickgefechte. Nach dem Frühstück ließ ich Mohrle wieder herein und begab mich zur Probe. Ich sagte den beiden, bis ich am Nachmittag zurück wäre, sollten sie doch bitte die Machtverhältnisse klären und das möglichst, ohne sich zu verletzen oder die Inneneinrichtung in Mitleidenschaft zu ziehen.

So kam es, daß wir nun immer mindestens zwei Katzen hatten. Mohrle und Felix wurden zwar keine besonders dicken Freunde, aber sie fanden es doch sichtlich netter, in Gesellschaft zurückgelassen zu werden als alleine.

Wie es dazu kam, daß wir irgendwann drei Katzen hatten, und was es mit der Katzenfee auf sich hat, erzähl ich dann morgen. 😉


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