Ich machte meinen Führerschein.
Studierte, was studiert werden mußte.
Und am Theater betreute ich mit meinem Kollegen Lothar zusammen diverse Inszenierungen, von denen ich viele vergessen habe.
Besonders geliebt und nicht vergessen habe ich aber die mit meinen „Theatereltern“ Brenner und Drexel, denn da folgte im Jahr drauf ein weiteres KroetzStück im Kleinen Haus, „Mensch Meier“, in dem wir in einem zweistöckigen Bühnenbild 35 schnelle Umbauten zu bewältigen hatten. Ich durfte auch wieder „mitspielen“, als Kassiererin an der Supermarktkasse. Unvergeßlich, wie in einer Vorstellung die elektrische Kasse unübersehbar ausfiel und ich, leise vor mich hinfluchend, so tat, als rechne ich die Preise schnell auf einem Zettel zusammen.
Mit der Inszenierung hatte ich auch mein erstes eigenes Gastspiel. Sogenannte Abstecher ins Düsseldorfer Umland gab es zu der Zeit fast jeden Abend, häufig nach Mühlheim und Duisburg, aber auch nach Solingen, Viersen oder BergischGladbach. Man fuhr am frühen Nachmittag mit dem Abstecherbus hin und spät in der Nacht wieder nachhause.
Ein richtiges Gastspiel war eine ganz andere Sache. Und diesmal ging es für drei Tage nach Kiel. Das DrexelBrennerKind war natürlich dabei. Und irgendwie fühlte das Ganze sich eher an wie ein kleiner Familienurlaub.
Aber mit dieser Inszenierung endete auch mein Theaterfamilienleben. Drexel und Brenner gingen dauerhaft nach München.
Und auch mein geliebter „Ferdinand“ verließ das Düsseldorfer Schauspielhaus und wechselte zur Schaubühne nach Berlin.
Dort habe ich ihn noch ein paar Mal besucht. Und ich erinnere mich, wie ich dabei einmal nach dem Besuch einer Vorstellung der ORESTIE, stumm vor Ehrfurcht, mit Peter und der großen Edith Clever in der Kantine saß und mich als unendlich priviligiert empfand, obwohl sie auch nur belangloses Alltagszeug redeten.
Kurz vor Ende dieser Spielzeit jedenfalls hatte man mich gefragt, ob ich nach den Ferien nicht als Souffleuse einspringen wolle. Man brauchte jemand für die Inszenierung von „Blick zurück im Zorn“. Und ich sagte zu.
Und so saß ich im Spätsommer 1979 auf meiner ersten Konzeptionsprobe als Souffleuse,

mein Textbuch in der Hand, den Bleistift gezückt und nicht die geringste Ahnung von dem Beruf, den auszuüben ich mir in den nächsten Wochen anmaßen würde.