vorsichtichboomenoch

Vorsicht, ich boome noch!

Glück.

Oja, das Glück.

Alle wollen es. Aber was ist es?

Und wie bekommt man es.

Zumal man schon auch Glück haben muß, um überhaupt glücklich werden zu können.

Ein Mädchen, das in eine deutsche Mittelstandsfamilie hineingeboren wird, zum Beispiel, hat deutlich bessere Chancen, glücklich zu werden, als eins in Afghanistan oder im Iran.

Bessere Chancen, aber keine Garantie.

Geht schon damit los, was man unter Glück versteht.

Diese kurzen, aber hochintensiven Momente von Glück, wenn der ganze Körper voll ist mit Adrenalin und Dopamin und Serotonin, die einen überwältigen?

Wenn einem etwas gelungen ist, man sich etwas getraut hat, wenn man etwas geschenkt bekommt oder etwas so schön ist, daß man es kaum aushält?

Oder ist Glück die Zufriedenhait, die man spürt, wenn man mit sich und der Welt im Reinen sein darf?

Auf jeden Fall ist Glücklichsein auch eine Entscheidung. Man muß es wollen.

Und sich zugestehen.

Ich würde mich generell als einen sehr glücklichen Menschen bezeichnen.

Das fängt schon damit an, daß ich Ende der 50erJahre in eine liebevolle Bildungsbürgertumsfamilie hinein geboren wurde. Geprägt von sozialdemokratischen und liberal katholischen Grundsätzen.

Ich habe in der friedlichsten Zeit gelebt, die Europa je gesehen hat. Und in einer Phase relativen Wohlstands. Ich bin in einer säkularisierten und weitgehend liberalen Gesellschaft aufgewachsen. Noch dazu in einem Umfeld, in dem Emanzipation und Diversität kaum in Frage gestellt wurden.

Und ich habe alles bekommen, was ich mir wirklich gewünscht habe (außer einen Hund):

Ein wunderbares Kind und tolle Enkel, einen Beruf, der mir Spaß gemacht hat und in dem ich gut war, einen Mann, mit dem das Leben so viel besser ist als ohne ihn, Familie, Liebe, Freundschaft. Eine Gesundheit, die sich auch gegen Krisen behaupten konnte. Und ein Auskommen, das mir mehr gönnte, als das, was nötig war.

Wenn ich kein glücklicher Mensch wäre, wie wollte ich das begründen?

Auch glückliche Menschen sind nicht immer glücklich.

Sie sind auch traurig. Oder verzweifelt. Wütend. Womöglich sogar hoffnungslos.

Aber sie haben das Wissen vom Glück.

Und deshalb können sie es immer wieder finden.

Fast überall.


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